Sativa vs Indica? Nur ein Mythos?

  • Hi Forianer,
    ich habe schon etwas länger mit Cannabis zu tun, und fragte mich sehr oft ob der "Unterschied" zwischen Sativa und Indica wirklich so ist wie oft von Nutzern des grünen Krautes beschrieben. Ich selbst konnte schon sämtliche Wirkungen und Spektren bei jedweder Art (Cs oder Ci) auch feststellen, wenn nur der Anbau oder der Erntezeitpunkt verschieden waren.
    Aus dem Grund war/bin ich auch nicht so der Verfechter der vorherrschenden Thesen:


    C.indica=Couchlook
    C.sativa=Euphorie


    (kurz gefasste Version, zur Sache)


    Nein, denn beides kann ich bei Cs oder Ci bekommen, je nach dem Potential der Pflanze.
    Ich habe auch schon einige Statements oder Videos von Growern/Usern gehört die ähnliche Ansichten dazu haben.


    Dies soll/kann man hier jetzt als eine Art Brainstorming sehen, denn die neuesten Studien darüber , aus Kanada und Isreal) konnte ich so nicht finden, dafür aber zum Start des Themas diesen doch recht glaubhaften und interessanten Beitrag.
    Wie gesagt gibt es im Netz einiges dazu, aber ich fände es interessant sich darüber mal auszutauschen. Da ich ja mit Vorliebe (?) Sativa anbaue , stellt sich das natürlich in erster Linie auch für mich in Frage. Meine Beobachtungen und Erfahrungen gehen schon in die Richtung was die "neuen" Studien dazu belegen, aber genau so gut finde ich "Ergebnisse" von letzten Jahr die diesen Fakt einfach ignorieren und den doch all zu oft hoch gepriesenen "Unterschied" propagieren.
    Man darf auch nicht ausser Acht lassen das die Klassifizierung schon ein paar Jahrhunderte her ist, und damals halt aufgrund der Vorkommen gemacht wurde. (Anbaugebiet,Blattform usw) Es hat sich aber in der Zeit so einiges getan, und auch sehr fest eingefahrene Strukturen müssen ja irgendwann mal gebrochen, oder besser gesagt, neu eingepflegt werden :D


    Hier mal ein erster Anstoß zu dem Thema. (ich wollte das bei "Cannabis-News" veröffentlichen, kann da aber nicht schreiben, sollte es einem Mod7 @LordBecks @Badthumbs @Markusx26 ?) es wert sein zu verschieben, dann bitte ich höflichst darum)
    https://hanfverband.de/nachric…a-und-sativa-nur-ein-fake


    lG
    Patrick

    Wir haben wunderbare Sinnesorgane bekommen;sie sind die Tore der Wahrnehmung, die Pforten zum Himmel .

    4 Mal editiert, zuletzt von therealpatrick ()

  • Hier schon mal was, das sehr schwer aus der Welt zu diskutieren ist.


    Indica, Sativa oder Ruderalis, das sind alles andere Bezeichnungen für Cannabis sativa L.


    Soll heißen, den Biologen ist nur indischer Hanf bekannt. Blattform, Wirkung und Autoflower unterscheiden sich bestenfalls durch Zuchtsorten ein und der selben Art, denn die alle können untereinander ficken und aufeinander zurückgekreuzt werden.


    Die Botanikers haben allerdings schon ein paar Varietäten für sich geclaimt. Darunter so bekannte Namen wie Indica oder Ruderalis.

    Ente gut. Alles gut.

    3 Mal editiert, zuletzt von Karler ()

  • Die Blütedauer hat auch noch ein Wörtchen mitzureden.
    Es gibt Junglezicken, die bekommst du indoor nicht wirklich fertig. Da sind dann Trichome, die bruzeln schon 3 Monate in der Sonne und der Großteil hängt länger als 80 Tage. Trotzdem sind noch genug, die jünger und damit in allen möglichen Reifestadien sind.
    Imho zementieren die einen deswegen so auf dem Sofa fest, während die Birne rotiert smoke03

    Ente gut. Alles gut.

  • Mag ja sein, dass die Wirkungsunterschiede sich, wissenschaftlich, nich nachweisen lassen, aber meiner Erfahrung, in den letzten 40 Jahren, nach
    besteht def. ein Unterschied in der Wirkung :(
    Zwar spiel der Erntezeitpunkt auch eine , nicht unwesentliche Rolle, aber das alleine ist nicht so gravierend wie der Strain selbst.


    Da ich eingige Patienten mit Cannabisprodukten versorge, kann ich die unterschiedlichen Wirkungen immer wieder nachvollziehen.


    Bei mir selbst wirken sich Sativalastige Strains , meisten wie Speed aus, so dass ich total aufgedreht reagiere und nicht mehr schlafen kann.
    Indicalastige hingegen beruhigen/entspannen mich und lassen mich vernünftig schlafen ;)

  • Jo das Thema birgt potential :)


    Ich denke die Terpene machen den Unterschied im High! (Couch vs euphorisierend) Das sind Dinge da hat vor einigen Jahren noch keiner dran gedacht... es hiess immer nur "CBD, THC, THCa usw"


    Mir ist klar aufgefallen, dass auch indicas oder hybriden euphorisierend wirken solange sie süsslich oder fruchtig riechen.


    Streng genommen - und das sagen bestimmt einige von den alten Sativa Liebhabern hier, ist doch so: Sativas sind fast immer fruchtig im Geschmack und die Indicas können gern mal "herber" sein, werden aber nie an diesen Fruchtigen Duft der "Sativas" rankommen.


    wobei "fruchtig" nur ein kleines Merkmal ist, was ich fürs Beispiel herangezogen habe


    https://phylos.bio/galaxy schade dass hier nicht näher analysiert wird in der Richtung :D

  • Mag ja sein, dass die Wirkungsunterschiede sich, wissenschaftlich, nich nachweisen lassen, aber meiner Erfahrung, in den letzten 40 Jahren, nach
    besteht def. ein Unterschied in der Wirkung
    Zwar spiel der Erntezeitpunkt auch eine , nicht unwesentliche Rolle, aber das alleine ist nicht so gravierend wie der Strain selbst.

    Genau das meine ich, oder so ähnlich. Nur in puncto Erntezeitpunkt sind meine Beobachtungen verschiedener. Ich sage(behaupte) das der Zeitpunkt wichtiger ist (sein könnte) als der Strain an sich. Zumindest für mich persönlich. Das lies mich ja auch immer mal wieder an der grundsätzlichen Aussage/Angabe von C.s. zu C.i. zweifeln.


    Oder besser als Beispiel:
    Ich hab was gedampft und nach kurzer Zeit des Fachsimpelns über die gerade genommenen Dämpfe sagte ich:
    Oh, super Sorte, starker sativa Einschlag, oder pur sativa?


    Nö. Nur alles gut milchig geerntet, ist ne Hindu Kush.


    Aber mir geht es eher darum das man doch nicht "grundsätzlich" am !angegebenen! Typ Schlussvolgerung über die Wirkung machen kann.


    Im Grunde geht es mir ja auch so wie dir @Wulfman77 , nur bemerke ich auch oft starke Abweichungen, die mich zu dem Thema neugierig machten. Und da bin ich der Meinung das es doch eher "Skillz" usw. sind , als von der "Klassifizierung" ?

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  • Ich habe auch schon vor längerem festgestellt, dass der Erntezeitpunkt eine nicht unwesentliche Rolle spielt, allerdings
    beziehen sich meine Erfahrungen mehr auf die medizinische Wirkung :/
    Frühernten, zumindest bei vielen Strains zeigen, i.d.R. eine deutlich effektivere med. Wirkung bei einigen Patienten.

  • Also keiner ERKLÄRT es doch so schön wie Doctor Colly anbeten01:D --und seine Verdampfer sind auch der Zeit weit voraus,gewesen :whistling::D


    https://www.youtube.com/watch?v=-ikA8j2DZ3w :thumbsup: bei 5.12 kommt er auf den Punkt :D -----stay high :D:thumbsup:


    PS: weil ich von ihm , in längst vergangenen Tagen :/ , auf Festivals schon oft gutes Gras gekauft habe glaub ich ihm mal :D der Mann ist fast schon @Karler :D oder bist Du es? :saint::whistling:8)

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  • Streng genommen - und das sagen bestimmt einige von den alten Sativa Liebhabern hier, ist doch so: Sativas sind fast immer fruchtig im Geschmack und die Indicas können gern mal "herber" sein, werden aber nie an diesen Fruchtigen Duft der "Sativas" rankommen.

    also ich finde dass die Dr. Grinspoon (100%Sativa) seehhr herb schmeckt und riecht, sehr nach Pfeffer, eigentlich kaum würzig, sonst stimme ich dir zu. Nur die Sorte ist wohl ein kleiner Ausreisser :D (was Effekt angeht sowieso 8o )

  • Ist doch auch alles von Person zu Person ein wenig wenn nicht sogar extrem anders oder nicht? Da gehts halt auch ums mindset sprich Erwartungshaltung.. Genauso vielfältig wie die menschliche Psyche und Wahrnehmung sind eben auch die verschiedenen Strains..

  • ...ich meine ich habe erst die Tage einen Bericht gelesen, wo es darum geht, dass die Terpene das High beinflussen....

    In diese Richtung hab ich auch schon einiges gelesen, in Ed Rosenthals oder MikeMods Buch wird das auch ganz gut beschrieben. Da wird ja es ja noch deutlicher das man eben nicht grundsätzlich die Aussage treffen kann. Ich bin jetzt noch mehr der Ansicht das diese "Klassifizierung" wie wir sie benutzen eher nur Marketing ist, welches sich über die Jahre so eingeschlichen hat.

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  • Ich kenne keine reinen Sativas. Das ist wohl auch das, woran diese Theorie am meisten leidet. Wir haben heute doch an sich nur noch Hybriden, teils dann angeblich wieder zurückgekreuzt oder zurückgezüchtet auf irgendwas um 99% Sativa.


    Ist so wie bei Tomaten, ne echte alte Sorte erkennt mancher gar nicht direkt als Tomate, weil die eben nicht mal wirklich rot werden eher braun-lila. Und rund sind die auch nicht.


    Ich hab ein paar Weinstöcke aus England bekommen, die waren Jahrhunderte an einem alten Kloster gestanden und sind wurzelecht. Also keine US-Wurzel drunter. Ist spannend, aber was ganz anderes als die Reben, die wir heute züchten. Die sehen aus wie Efeu. Wein daraus machen ist schwer.


    Bei Gras sicher genauso. Natürliches Weed wird uns alle enttäuschen, 2-3% THC und Blütenanteil vielleicht 10% schätze ich mal. Davon raucht man ne ganze Pflanze bis man breit ist. Dann kann man vielleicht den Unterschied erkennen.


    Beim Wein sind es ja auch alles Hybriden aus massig Rebsorten. Da entscheidet die Sorte einen Teil, aber natürlich auch der Untergrund, die Sonne, das Alter der Rebstöcke, die Beschneidung, der Erntezeitpunkt und dann bei vielen Sorten auch noch Pilze etc..


    Schaut euch mal was über Sauternes an. Am besten Bilder. Viel Semillion drin, das ist ne Rebsorte die mit dem roten Sauvignan verwandt ist. Aber sehr ursprünglich belassen. So was würde in normaler Reife niemand trinken. Ich hab da mal gekostet. Erst komplett mit Botrytis überzogen und eingetrocknet schmeckt der gut. Oder im Elsaß die Blanc de Noir. Rote Trauben ergeben recht frische Weißweine. Ursprünglich eine Rebe aus dem Burgunder gezüchtet. Im Original die wohl mit wuchtigsten Weine die es gibt.


    Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass die Genetik nur einen Teil entscheidet.


    Beim Gras ist natürlich eine Veranlagung da. Ich rauche echten Skunk gar nicht gerne, der macht mich müde und platt. Gekauftes Gras ist da das schlimmste, Hauptsache es birnt gewaltig und haut einen um. Kann ich gar nicht haben.


    Kichernd auf dem Sofa hocken und den Kühlschank leer fressen, das ist so mein Idealfall. Den erreiche ich mit jung geernteten Sorten die viel Sativa drin haben.

  • wärend ich übrigens der biologischen Seite die hier dargestellt wird, zu 100% zustimme, -> das alles fällt unter Cananbis Sativa ; bleibt dennoch die Frage, wie möchten wir nun korrekterweise unsere Hanfsorten nennen, die ca 60-80 Tage blühen und kompakte Buds und dicke Blätter haben, im Gegensatz zu denen - die 110+ Tage stehen können und wuschelige Buds mit ewig nachwachsenden Stigmen und dünnen Blätter mit 11+ oder mehr Fingern haben^^


    Korrekterweise müsste man das jetzt ungefähr so nennen: "Cannabis Sativa L" nach Indica Art muaha01 bzw "Cannabis Sativa L" nach Sativa Art luck01

  • Das “L” steht übrigens für den Schweden Carl von Linne, der im angehenden 18. Jh an einer bis heute gültigen Katalogisierung der Gefäßpflanzen nach ihrer Blütenform mitgewirkt hat und Pflanzen die er nicht leiden konnte, den Nachnamen “deutsch” gab.
    klug01


    Deswegen gibt es von Hanf auch keine echten Unterarten. Die Blüten unterscheiden sich zwischen den Zuchtformen zu wenig. Mit viel Arbeit könnte es möglich sein, Automatics als Unterart aufzunehmen. Allerdimgs müsste man dann nachweisen, das Autos in der lage sind eine stabile und selbserhaltende Population aufzubauen. Reine Blattmutationen wie Ducksfoot, bekämen diesen Status, so wie ich das verstanden hab, nicht.


    Indica und Sativa als Unterarten zu bekommen wäre wirklich schwer und als einziges Kriterium fällt mir das unterschiedliche Wuchsverhakten bei Langtagsbedingungen, bzw beim fehlen dieser, ein. Eine Indica, die es in den Tropen nicht schafft, eine stabile Population aufzubauen, wäre einer solchen Unterart würdig.

    Ente gut. Alles gut.

    3 Mal editiert, zuletzt von Karler ()

  • Indica und Sativa als Unterarten zu bekommen wäre wirklich schwer und als einziges Kriterium fällt mir das unterschiedliche Wuchsverhakten bei Langtagsbedingungen, bzw beim fehlen dieser, ein. Eine Indica, die es in den Tropen nicht schafft, eine stabile Population aufzubauen, wäre einer solchen Unterart würdig.


    genau. :thumbup: so liesse sich das besser klassifizieren.


    oder eine Cannabis Sativa L. (nach Sativa Art)^^, die nicht in Afghanistan , Rif oder Goa fertig wird im Umkehrschluss.