Kassenpatienten sollen leichter an medizinisches Cannabis kommen

  • Seit rund vier Jahren kann Cannabis in Deutschland offiziell als Medizin verschrieben werden. Doch die bürokratischen Hürden sind noch immer groß.

    Viele Schmerzpatienten scheitern mit ihrem Antrag bei der Krankenkasse, obwohl ihr Arzt eine Therapie mit Cannabinoiden verschreibt. Das soll sich jetzt ändern.

    Ein Selektionsvertrag zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) will den Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtern.

    Das verkündete die DGS in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

    In Deutschland soll medizinisches Cannabis von Ärzten nur dann verordnet werden, wenn Standardtherapieformen ausgeschöpft wurden. Besonders Schmerzpatienten und Menschen

    mit chronischen Krankheiten können von einer Behandlung profitieren. Der Haken: Selbst wenn der Arzt in Absprache mit dem Patienten eine Therapie mit Cannabinoiden anstrebt,

    kann die Krankenkasse diese durch einen Genehmigungsvorbehalt ablehnen.


    Obwohl keine Hinweise auf eine missbräuchliche Auslegung oder Anwendung des Gesetzes vorliegen, würden noch immer gut ein Drittel der Anträge abgelehnt,

    so Dr. Johannes Horlemann, Präsident der DGS. Dadurch würde es unnötig lange dauern, bis Betroffene versorgt werden können.

    Der neue Vertrag mit der AOK Rheinland/Hamburg beinhaltet eine Aufhebung dieses Genehmigungsvorbehaltes bei der Erstverordnung durch die Krankenkassen.

    Dadurch können Anträge von der Kasse nicht mehr abgelehnt werden, solange die Cannabistherapie nach den gesetzlichen Vorgaben erfolgt.

    Das Abkommen soll noch in der ersten Jahreshälfte 2021 Inkrafttreten.


    Quelle: Kassenpatienten sollen leichter an medizinisches Cannabis kommen - Ratgeber - Bild.de

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    Und weil es so schön ist noch ein Hinweis aus der Bild wogegen das Kraut so verschreiben wird.

    Angelika Lingelbach ist seit mehr als 25 Jahren Schmerzpatientin, unter anderem wegen Bandscheibenvorfällen.

    „Ich habe alle möglichen Schmerzmittel probiert, zum Beispiel Tilidin und Tramadol.“ Zuletzt bekam sie hohe Dosen Morphin, aber: „Damit stand ich immer total neben mir.“

    Seit 2013 nimmt sie medizinisches Cannabis ein. Die Kosten trägt ihre Kasse. „Meine Tochter sagt immer, jetzt habe ich mein Leben zurück und das stimmt.“


    Andreas Giebeler leidet an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, die erst spät diagnostiziert wurde.

    „Früher dachte ich immer, alle anderen wären irre, bis ich gemerkt habe, ich bin der Irre“, sagt er. Seit 2017 ist er austherapiert und inhaliert medizinischen Cannabis mit einem Verdampfer.

    „Ich nehme das vier- bis sechsmal am Tag ein. Dass es mich ruhigstellt, merke ich sofort“, erzählt der Rentner.

    Die Pflanze hat Andreas Giebeler von seinen Schlafproblemen und Verspannungen befreit.

    „Alles was ich sonst an Schmerzen hatte – zum Beispiel psychosomatische Nackenschmerzen –, bekomme ich damit in den Griff.“


    Quelle: Patienten erzählen - „Cannabis gab mir mein Leben zurück“ - Gesundheit - Bild.de

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    Vielleicht hilft es ja jemand da draußen. Bin nicht bei der AOK.

    Aber das mit den Psychosomatischen Schmerzen krieg ich locker hin. Hab eh so 1-2 permantent Wehwehchen wo man sich immer drum kummern muss.

    Man(n) wird halt nicht jünger.. ^^

  • Sorry, dazu kann ich leider nichts sagen. Bin nicht bei der Krankenkasse und nicht krank genug dafür.

    Hört sich halt danach an, als ob die je nach Bundesland die Latte "sehr hoch" hängen und pauschal von Missbrauch sprechen.

  • Ich kann nur von unserem Fall sprechen und da verhält es sich so, daß Blüten auf Privatrezept kein Problem darstellen (vorausgesetzt man findet einen Arzt der das verschreibt), die Kostenübernahme von der KRK aber unendlich schwer, wenn nicht unmöglich, ist.


    Anyway, danke dir für den interessanten Artikel!

    "Ich hab den besten Deal aller Zeiten gemacht."

    "Mit wem?"

    "Mit mich! " -- Tommy Chong